Wei­ßen­stadt: Der Weg zum Heilbad

Am Sonntag, den 22. Dezember 2024, gab das Bayerische Innenministerium bekannt, dass die Stadt Weißenstadt künftig als Heilbad anerkannt wird.

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Die Aner­ken­nung tritt in Kraft, sobald die Stadt die Zer­ti­fi­zie­rung kur­me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen des Kur­zen­trums Wei­ßen­stadt als städ­ti­sches Anwen­dungs­zen­trum vor­legt. Die­ses Qua­li­täts­ma­nage­ment-Zer­ti­fi­kat wird im ers­ten Quar­tal 2025 erwartet.

Zusätz­lich muss die Stadt bis Ende 2026 die end­gül­ti­ge Inbe­trieb­nah­me einer zwei­ten Heil­quel­le nach­wei­sen. Der­zeit ver­fügt Wei­ßen­stadt über eine staat­lich aner­kann­te Radon-Heil­quel­le. Die zwei­te Quel­le bei Schön­lind / Wei­ßen­haid ist bereits erschlos­sen und befin­det sich im Ausbau.

Eine Gruppe von Menschen steht in einem Innenraum, einige sind formell gekleidet; sie lächeln und posieren, während sie ein gelbes Ortsschild mit der Aufschrift „Bad Weißenstadt, Kreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge“ auf einem Holzboden vor grünem Hintergrund in den Händen halten.
Der Stadt­rat von Wei­ßen­stadt am 16. Janu­ar 2025

Am 16. Janu­ar 2025 fass­te der Stadt­rat den Beschluss, den Titel „Bad“ im Orts­na­men und damit auch auf den Ort­schil­dern zu tragen.

Die Bedeu­tung des Titels Heilbad

Der Heil­bad-Titel, das höchs­te Prä­di­kat das einem Ort ver­lie­hen wer­den kann, ist ein Güte­sie­gel, wel­ches die wirt­schaft­li­che, sozia­le und öko­lo­gi­sche Ent­wick­lung der Stadt stärkt. Es fes­tigt die Rol­le Wei­ßen­stadts als Gesund­heits- und Tou­ris­mus­de­sti­na­ti­on, was sowohl den Besu­chern als auch den Ein­woh­nern zugu­te­kommt. Die Bekannt­ga­be durch das Minis­te­ri­um mar­kiert einen Mei­len­stein in der tou­ris­ti­schen Ent­wick­lung der Stadt.

Die Ent­wick­lung zum Heilbad

Der Weg zu die­sem Erfolg begann vor 22 Jah­ren und erfor­der­te Durch­hal­te­ver­mö­gen und Mut. Der Wei­ßen­städ­ter Ste­phan Gesell, damals 2. Bür­ger­meis­ter und Spar­kas­sen-Ange­stell­ter, über­nahm von Beginn an die Initia­ti­ve und eröff­ne­te 2007 das Vier-Ster­ne-Gesund­heits­ho­tel Kur­zen­trum Wei­ßen­stadt am See. Das Kur­zen­trum ist das öffent­li­che Anwen­dungs­zen­trum für das natür­li­che Heil­mit­tel Radon, das in medi­zi­nisch wirk­sa­mer Kon­zen­tra­ti­on im Grund­ge­stein um Wei­ßen­stadt vor­kommt. Über die staat­lich aner­kann­te Heil­quel­le wird das Edel­gas Radon in Form von Heil­was­ser geför­dert und kommt im Kur­zen­trum im The­ra­pie­be­cken, bei Wan­nen­bä­dern, Inha­la­tio­nen und Trink­ku­ren zum Einsatz.

Ein wei­te­rer Mei­len­stein war die Eröff­nung des Sie­ben­quell-Gesund­Zeit­Re­sorts im Jahr 2016. Das Vier-Ster­ne-Supe­ri­or-Hotel mit ange­schlos­se­ner Ther­me nutzt eine Ther­mal­quel­le mit fluo­rid­hal­ti­gem Schwe­fel­was­ser. Das Gesund­heits- und Well­ness-Resort bie­tet ein umfas­sen­des, moder­nes Kon­zept aus Ent­span­nung, Ent­schleu­ni­gung, men­ta­ler Gesund­heit und gesun­dem Lebens­stil. Bei­de Ein­rich­tun­gen wur­den durch die gro­ße Unter­stüt­zung und Betei­li­gun­gen regio­na­ler Gesell­schaf­ter und staat­li­cher För­der­mit­tel ermög­licht. Geschäfts­füh­rer bei­der Ein­rich­tun­gen ist Herr Ste­phan Gesell.

Die Stadt Wei­ßen­stadt hat sich durch die­se Ent­wick­lun­gen stark gewan­delt: Ver­bes­ser­te Infra­struk­tur, zahl­rei­che tou­ris­ti­sche Ange­bo­te, flo­rie­ren­de Beher­ber­gungs­be­trie­be und eine her­vor­ra­gen­de Gas­tro­no­mie, sowie eine stei­gen­de Wert­schöp­fung prä­gen heu­te das Stadt­bild. Die­se Fort­schrit­te und Ver­än­de­run­gen wären ohne die Unter­stüt­zung der gesam­ten Bevöl­ke­rung, des Land­krei­ses mit allen Nach­bar­or­ten und der Regie­rung von Ober­fran­ken nicht mög­lich gewesen.

Die Ent­wick­lung zum Heil­bad nahm ihren Anfang unter Klaus Knies (Bür­ger­meis­ter 1984 – 2008), wur­de von Frank Drey­er (Bür­ger­meis­ter 2008 – 2024) fort­ge­setzt und die Ver­ga­be des Titels erfolg­te nun unter Bür­ger­meis­ter Mat­thi­as Beck (seit 2024).

Drei lächelnde Männer in Anzügen halten in einem Innenraum Champagnergläser in der Hand und stehen gemeinsam vor großen Fenstern, hinter denen sich eine Winterlandschaft und festliche Sternendekorationen abzeichnen. Sie feiern einen besonderen Anlass in der eleganten Atmosphäre von Heilbad.
v.l.: Klaus Knies, Mat­thi­as Beck, Frank Dreyer

Das Kom­mu­nal­un­ter­neh­men Kur­ort­ent­wick­lung Weißenstadt

Der Antrag für das Prä­di­kat „Heil­bad“ wur­de im Früh­jahr 2024 vom Kom­mu­nal­un­ter­neh­men Kur­ort­ent­wick­lung Wei­ßen­stadt (Kurz­form: KU Kur­ort­ent­wick­lung), beauf­tragt von der Stadt Wei­ßen­stadt, bei der Regie­rung von Ober­fran­ken eingereicht. 

Logo für das Kommunalunternehmen Kurortentwicklung Weißenstadt am See, das eine stilisierte Kirche, grüne Hügel, einen blauen See und eine weiße Blume zeigt – als Symbol für den einzigartigen Charakter dieses renommierten Kurorts –, mit dem Namen der Organisation in deutscher Sprache neben dem Bild.

Das KU wur­de im Jahr 2013 als Anstalt des öffent­li­chen Rechts der Stadt Wei­ßen­stadt gegrün­det. Das eigen­stän­di­ge Unter­neh­men hat die Kern­auf­ga­be über­tra­gen bekom­men, die Ent­wick­lung zum staat­lich aner­kann­ten Heil­bad vor­an­zu­brin­gen und fort­an die zukünf­ti­ge Auf­recht­erhal­tung des Prä­di­ka­tes zu gewähr­leis­ten. Seit 1. Okto­ber 2024 wird das KU durch den ers­ten Vor­sit­zen­den Herrn Man­fred Busch und sei­ner Stell­ver­tre­te­rin Frau Clau­dia Kreu­zer geführt. Zum Team gehö­ren die 6 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Kur- & Tou­rist-Infor­ma­ti­on in der Wun­sied­ler Stra­ße 4 in Weißenstadt.

Wie geht es weiter?

Um wei­ter über die nächs­ten Schrit­te und die Aus­wir­kun­gen der Prä­di­ka­ti­sie­rung zu infor­mie­ren, lädt die Stadt Wei­ßen­stadt am 12. März 2025 zu einer öffent­li­chen Info­ver­an­stal­tung ein.