Stadtchronik

Leider sind durch die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges und durch den Großbrand von 1823 fast alle Urkunden aus alter Zeit vernichtet worden. Nur die allerdings bis 1536 zurückreichenden Kirchenbücher und eine um 1710 von dem damaligen Bürgermeister Christian Erdmann. Pöhlmann verfasste Chronik geben noch einigermaßen Aufschluss.

Weißenstadt trug vor der Stadterhebung durch die Burggrafen von Nürnberg im Jahre 1348 den Namen Weißenkirchen. Über die Besiedlung des Gebietes bzw. die Gründung des Ortes wurden erst seit neuerer Zeit Forschungen angestellt. Man weiß, dass schon Karl der Große auf seinem Zug gegen die Böhmen die durch das Innere des Fichtelgebirges führende Heerstraße benutzte. Es darf also schon angenommen werden, dass hier bereits Menschen lebten, bevor die große Siedlungswelle der Grafen von Giengen-Vohburg, etwa um 1050 aus dem Süden kommend, in unser Gebiet vorstieß und bayerische Siedler in den Raum brachte. Da die hiesige Bevölkerung fränkisch spricht, ist wahrscheinlich, daß sie auch aus dem fränkischen Raum kam.

Auch über die Kirchengründung hier ist nichts zu erfahren. Neuerdings nimmt man an, dass die kirchliche Erschließung von Westen her geschah. Sicher ist, daß es früher neben der Stadtkirche, die im Aussehen sehr an alte Wehrkirchen erinnert, und der vor 1581 erbauten sehenswerten Friedhofskirche – interessant die vielen alten Grabplatten – noch eine St.-Erhardts- und eine St.-Wolfgangs-Kapelle gab. 1529 wurde auch hier die Reformation durchgeführt. Erst Ende des vorigen Jahrhunderts entstand wieder eine katholische Kirchengemeinde.

Weißenstadt bzw. Weißenkirchen gehörte 1133 zum Kloster Waldsassen. Später, bis 1347, befand sich das „Amt Rudolfstein mit Weißenkirchen“ im Besitz der Herren von Hirschberg. 1348 erwarben die Burggrafen von Nürnberg das Gebiet und erhoben Weißenkirchen zur Stadt. Bis 1791 waren die Markgrafen von Ansbach-Bayreuth die Landesherren, nach deren Aussterben die Könige von Preußen. Seit 1810 gehört das ganze Gebiet zu Bayern.

Seine Blütezeit hatte der Ort im Mittelalter: durch Zinnbergbau und Waldzeidelei (Waldbienenzucht). Die Bedeutung Weißenstadts geht daraus hervor, daß Zinnergericht und Zeidelgericht für das ganze Fichtelgebirge ihren Sitz in der Stadt hatten.

Später, als Bergbau und Zeidelei verschwunden waren, traten an deren Stelle die Handweber und die Nagelschmiede. Auch die kärgliche Landwirtschaft zählte zu den Lebensgrundlagen der Weißenstädter. Die Lage an der Handelsstraße Nürnberg-Eger förderte zwar in Friedenszeiten Handel, Handwerk und Gewerbe, wirkte sich aber in Kriegszeiten besonders schlimm aus. Schon die Hussiten zerstörten 1429 einmal die Stadt, verheerend jedoch waren die vielen Durchzüge, Einquartierungen und Brandschatzungen im Dreißigjährigen Krieg.

Mehr als die Hälfte der Stadt lag am Ende des grausamen Krieges in Schutt und Asche. Die Bevölkerung kam auch seitdem nie mehr so richtig zum Wohlstand. Ein Großfeuer, das im Mai 1823 die ganze Stadt bis auf einige wenige Häuser vollständig vernichtete, tat ein übriges dazu. (Eine Abschrift der von einem Weißenstädter Bürger verfaßten Beschreibung des Brandes, in ihrer Art sehr an Schillers „Lied der Glocke“ erinnernd, hängt im Treppenhaus des Rathauses).

Heute verdienen die Einwohner Weißenstadts ihren Lebensunterhalt in den verschiedensten Zweigen der Industrie. Doch möchten auch diese Zeilen mithelfen, Weißenstadt noch mehr als bisher als Urlaubsort bekannt zu machen, denn schon „Kaiserliche Majestät Maximilianus I. solle zu seiner Zeit von der Weißenstadt und ihrer Gegend gerühmet und solche den gesundesten Ort Teutschen Reiches genennet haben“.


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