Einführung der Mittelschulen - Dialogforum hat stattgefunden
Wie wird es mit den Hauptschulen in unserem Landkreis weitergehen? Welche Hauptschulen können sich im Rahmen von Schulverbünden zur neuen Mittelschule zusammenschließen?
Diese Fragen wurden im Rahmen eines großen, sog. Dialogforums mit den Bürgermeistern, Schulleitern, Elternvertretern, dem Schulamt, der Schulaufsicht und Vertretern der Wirtschaft und des Kultusministeriums am vergangenen Mittwoch im Landratsamt Wunsiedel ausführlich diskutiert.
Wie versprochen, möchte ich hier über den Verlauf dieses Dialogforums berichten:
Unter der Leitung von Frau Regierungsvizepräsidentin Platzgummer-Martin fand das Dialogforum nun nach umfangreichen Vorarbeiten durch das Schulamt und zahlreichen Vorgesprächen mit den verschiedenen Beteiligten statt. Auf dem Podium vertreten war auch das Kultusministerium durch Herrn Ministerialrat Graf, der Bereich 4 - Schulen - der Regierung von Oberfranken, vertreten durch Herrn Dr.Brosig, unser Landrat Dr.Karl Döhler sowie der Leiter des staatlichen Schulamtes Wunsiedel, Herr Schulamtsdirektor Schott.
Nach einer Einführung durch die Regierungsvizepräsidentin sowie 2 Grußworten von Ministerialrat Graf und unseres Landrates, stellte Herr Schott die vom Schulamt erhobenen Fakten und daraus erstellten Prognosen, sowie 3 Modelle zur künftigen Entwicklung der Mittelschulen im Landkreis Wunsiedel vor. Die Präsentation finden Sie unten als pdf-Datei zum Download.
Auf Grund der aktuellen Schülerzahlen und den sich daraus ergebenden Prognosen des Schulamtes schlägt das Schulamt letztendlich 2 Modelle vor (Modell 1 - Schulverbünde zwischen Wunsiedel/Tröstau/Nagel, Selb/Kirchenlamitz und Marktredwitz/Arzberg - scheidet wegen zu geringer Schülerzahlen im Schulverbund Wunsiedel/Tröstau/Nagel nach Auffassung des Schulamtes aus:
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Bildung eines Schulverbundes zwischen den bisherigen Hauptschulen Selb, Kirchenlamitz und Arzberg sowie eines Schulverbundes zwischen den bisherigen Hauptschulen Marktredwitz, Wunsiedel, Tröstau, Nagel (Modell 2)
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Bildung eines Schulverbundes zwischen den bisherigen Hauptschulen Selb und Kirchenlamitz sowie den Hauptschulen Marktredwitz, Wunsiedel, Tröstau, Nagel und Arzberg (Modell 2)
Innerhalb dieser Schulverbünde sollen die Standorte der "kleinen" Orte (Kirchenlamitz, Wunsiedel, Arzberg, Tröstau, Nagel) so lange wie möglich in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den "großen" Orten erhalten bleiben.
Ministerialrat Graf sicherte in diesem Zusammenhang zu, dass die Ausstattung mit Lehrern sich an dieser Zielsetzung orientieren soll. Konkrete Regelungen stehen allerdings noch aus.
Für die Weißenstädter Haupt- bzw. künftigen Mittelschüler bedeutet dies, dass sie weiterhin die Schule in Kirchenlamitz besuchen werden und lediglich in ihrem gewählten Schwerpunktbereich (Wirtschaft, Technik, Soziales) ggf. an einem Tag nach Selb fahren müssen.
Für uns Weißenstädter ist natürlich der Weg nach Kirchenlamitz derzeit überhaupt kein Problem. Der Weg nach Selb ist allerdings für Fahrschüler ein sehr beschwerlicher. Nach Aussage des Schulamtes sind für die Hinfahrt mehr als 60 Minuten und für die Rückfahrt mehr als 80 Minuten zu kalkulieren. Dies ist aus meiner Sicht völlig inakzeptabel. Die Regierungsvizepräsidentin Platzgummer-Martin erklärte, dass dieses Problem erkannt wurde und man nach einer praktikablen Lösung suchen werde.
Ich habe darüber hinaus darauf aufmerksam gemacht, dass die Weißenstädter Schüler, die einen M-Zug besuchen, derzeit ausnahmslos an der Hauptschule Marktredwitz am Unterricht teilnehmen. Hier sind auch die Busfahrzeiten wesentlich besser.
Des Weiteren habe ich darauf hingewiesen, dass die traditionellen Verbindungen der Weißenstädter sich im Bereich Wunsiedel und Marktredwitz und nicht im Bereich Selb befinden.
Deshalb wurde auch in Abstimmung mit den Bürgermeistern aus Kirchenlamitz, Marktleuthen und mit mir vom Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck ein weiteres Modell in die Diskussion gebracht, nämlich ein Schulverbund zwischen Wunsiedel, Kirchenlamitz und Tröstau/Nagel, ggf. in enger Kooperation mit der Wirtschaftsschule Wunsiedel.
Das Schulamt ist auch hier der Ansicht, dass dieser Schulverbund nicht zur Mittelschule werden kann, da keine ausreichende Anzahl von M-Schülern vorhanden sei, um einen weiteren M-Zug im Landkreis zu etablieren.
Herr Dr.Brosig von der Regierung von Oberfranken sagte allerdings die Überprüfung auch dieses Modells zu.
Wie angekündigt, gab es somit keine konkreten Ergebnisse. Es wurden in diesem Forum zunächst erst einmal die jeweiligen Positionen ausgetauscht. Allerdings schloß sich dann doch noch eine allgemeine, schulpolitische Diskussion an, die ich an dieser Stelle aber nicht weitergeben möchte.
Das Thema "Zukunft der Hauptschulen" wird uns also erhalten bleiben. Ich werde weiter versuchen im Rahmen von Gesprächen eine für die Weißenstädter Schüler optimale Lösung zu suchen und zu finden. Dabei bin ich allerdings auf die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte in unserer Stadt angewiesen, denn eines ist für mich offensichtlich: Wir diskutieren hier nicht nur um die Hauptschulen! Die wegbrechenden Schülerzahlen werden uns über kurz oder lang auch eine Diskussion um die weiterführenden Schulen bescheren und deshalb müssen wir alle gemeinsam hier die Weißenstädter Interessen so kraftvoll wie möglich vertreten.
Bitte schauen Sie sich die
Präsentation des Schulamtes an und lassen Sie uns gemeinsam nach dem besten Weg für unsere Schüler suchen.
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